Europa vor Ort in Bayern

EU-Politik zielt auf gemeinsame und grenzüberschreitende Lösungen für alle 500 Millionen EU-Bürger. Viele Maßnahmen und Regelungen setzen aber auf regionaler Ebene an oder haben lokale Auswirkungen – sichtbar für alle Bürgerinnen und Bürger. Hier finden Sie konkrete Beispiele des Europa-vor-Ort in Bayern sowie Ansprechpartner für die weiterführende Recherche.

EU-Anlaufstellen

Folgende Institutionen sind im Freistaat Bayern Ansprechpartner für EU-Politik und EU-geförderte Projekte.

Hintergrund

Deutschland erhält von 2007 bis 2013 rund 26 Mrd. Euro zur Strukturförderung und ist damit das viertgrößte Empfängerland in der EU. Fördergeld aus dem Europäischen Fonds für Entwicklung (EFRE) gibt es für Firmenansiedlungen, neue Forschungszentren, Tourismus- und Umweltschutzprojekte, die ländliche Entwicklung, bessere Bahnlinien und Straßen sowie die Renovierung von Kindergärten und Schulen. undefinedmehr...

Regionalförderung & Finanzhilfen

Die meisten Förderprogramme und Finanzhilfen der EU lassen sich eindeutig lokalisieren. Daher lässt sich auch die Frage beantworten, wie viele Mittel der EU-Strukturfonds nach Bayern fließen. Eine Förderung unterliegt dem Prinzip der Kofinanzierung, d.h. die EU-Mittel sind mit Bundes-, Landes-, kommunalen und sonstigen öffentlichen Mitteln gegenzufinanzieren. Darüber hinaus können auch private Mittel in die Kofinanzierung einbezogen werden. Die Auswahl von Projekten der Strukturförderung wird direkt von der Landesregierung vorgenommen.

Aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) erhalten Projekte in Bayern in der Förderperiode 2007 bis 2013 ca. 576 Mio. Euro zur Stärkung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung, aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) ca. 310 Mio. Euro. Informationen über die einzelnen Empfänger sind online bei den Publizitätsstellen der Landesregierung einzusehen.

In den Jahren 2000 bis 2006 standen dem Freistaat Bayern rund 950 Mio. Euro EU-Strukturfondsmittel zur Verfügung, die für die Entwicklung der strukturschwachen Gebiete des Freistaats eingesetzt wurden. Die Fördergebiete lagen mit einer Gesamtfläche von fast 41.000 km² vor allem im Norden und Osten.

Best Practice: Energieeffiziente Mobilität in einer älter werdenden Gesellschaft (landesweit)

Das Projekt "Energieeffiziente Mobilität in einer älter werdenden Gesellschaft" (AENEAS) wird im Rahmen des EU-Programms Intelligente Energie in Europa (IEE) gefördert.

Das Projekt soll als Vorbild für internationale Projekte im Bereich städtischer Mobilität älterer Mitbürger dienen. Ziel ist die Steigerung der Attraktivität der Verkehrsmittel des Umweltverbundes und eine Beeinflussung des Mobilitätsverhaltens von älteren Verkehrsteilnehmern hin zu einer nachhaltigen und energieeffizienten Verkehrsmittelwahl.

An AENEAS beteiligen sich neben München die Städte Donostia-San Sebastián, Kraków, Odense und Salzburg.

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Beschäftigung & Soziales

Im Rahmen des Programms "Integration durch Austausch (IdA)", welches mit Mitteln aus dem ESF und vom Bundesarbeitsministerium finanziert wird, wird derzeit jungen bayrischen Arbeitslosen, die nach der Lehre keinen Job gefunden, ein Studium abgebrochen haben oder Langzeitarbeitslose sind, ermöglicht ein Auslandspraktikum in anderen EU-Mitgliedsstaaten zu absolvieren. Die Auslandserfahrung soll die Chancen der Jugendlichen auf einen Arbeitsplatz zu Hause verbessern helfen. In Bayern gibt es insgesamt 10 IdA-Projekte. Bundesweit stehen für das Programm 85 Mio. Euro, davon 75 Mio. Euro aus dem ESF, zur Verfügung.

Hintergrund

Die EU verfügt mit dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) seit 2007 über ein neues, zentrales Förderprogramm. Zudem werden über den Europäischen Garantiefonds für die Landwirtschaft (EGFL) die Direktzahlungen an landwirtschaftliche Betriebe und die Maßnahmen zur Regulierung der Agrarmärkte finanziert. Bis 2013 stehen für beide Finanzierungsinstrumente jährlich 55 Mrd. Euro zur Verfügung. undefinedmehr...

Landwirtschaft & Ländlicher Raum

Die Landwirtschaft und der ländliche Raum werden durch den Europäischen Garantiefonds für die Landwirtschaft (EGFL) und den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) finanziert. Im Jahr 2009 hat Bayern etwas mehr als 1,1 Mrd. Euro EGFL-Fördermittel erhalten.

Für die Entwicklung des ländlichen Raums durch den ELER stehen im Zeitraum 2007-2013 Fördermittel in Höhe von ca. 1 Mrd. Euro zur Verfügung. Ein erheblicher Teil der Förderung fließt in die Ausgleichszulage der sogenannten benachteiligten Gebiete. Diese liegen hauptsächlich an den Rändern Bayerns und sind vom Tourismus bevorzugt, zählen aber den aktuellen Bevölkerungsprognosen nach auch vielfach zu den Regionen, die von Bevölkerungsrückgang und Abwanderung bedroht sind.

Auch in Bayern werden innerhalb des ELER-Rahmens sog. Leader-Regionen unterstützt. Der Freistaat hat in zwei Auswahlrunden 58 Regionen ausgewählt, in denen sich Akteure aus Politik, Verwaltung sowie aus Vereinen und Unternehmen zu lokalen Aktionsgruppen zusammengeschlossen haben. In den Leader-Regionen werden eigenständig Projekte realisiert, die den ländlichen Raum auf dem Weg einer selbstbestimmten Entwicklung unterstützen. Besonderer Wert wird dabei auf die Einbeziehung der land- und forstwirtschaftlichen Berufsvertretungen gelegt.

Aus dem Europäischen Fischereifonds (EFF) erhalten Fischereibetriebe im Freistaat 8,9 Mio. Euro.

Die Empfänger von Mitteln aus dem ELER, dem EFF und der deutlich höheren Direktzahlungen und Agrarmarktmaßnahmen des EGFL lassen sich in einer Datenbank der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung recherchieren.

Best Practice: Modellierung von Hochwassergefahren (landesweit)

Das Projekt "FloodScan" wurde von 2006 bis 2009 von der EU im Rahmen des LIFE-Umweltprogramms mit ca. 1,3 Mio. Euro gefördert.

FloodScan befasste sich primär mit der Optimierung der hydraulischen Modellierung von Hochwassergefahren. Ziel des Projektes war dabei die Entwicklung von geeigneten Darstellungen der Hochwassergefahren mit Informationsinstrumenten wie Hochwassergefahren- und Risikokarten. Dabei wurde mit dem  Laserscanning eine neue Technologie genutzt, die großflächig den Einsatz der 2D-Modellierung zur Ermittlung von Hochwassergefahrenflächen ermöglicht.

Ein weiterer Schwerpunkt des Projektes war die Öffentlichkeitsarbeit und Sensibilisierung der Bevölkerung in Sachen Hochwasservorsorge.

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Forschung

Die Europäische Union unterstützt die Wissenschaft und Forschung in Europa mit dem weltweit größten transnationalen Förderprogramm für Forschungsprojekte. Ziel ist die Schaffung eines Europäischen Forschungsraums, in dem Forschungsinitiativen in den Mitgliedsstaaten unterstützt und Ressourcen effizient gebündelt werden. Die siebte Auflage des Förderprogramms hat eine Laufzeit von 7 Jahren (2007-2013) und ein Gesamtbudget von ca. 54 Milliarden Euro. Deutsche Forschungsinstitutionen und Hochschulen konnten sich davon rund 1,1 Mrd. Euro sichern.

Bildung

Bildungseinrichtungen des Freistaats beteiligen sich auch am EU-Bildungsprogramm für lebenslanges Lernen, z.B. durch COMENIUS-Projekte.

Hintergrund

Durch drei spezielle Produktsiegel wird die Besonderheit eines regionalen Produktes anerkannt und vor Nachahmung oder Missbrauch von Namen und Bezeichnungen geschützt:

g. U. = geschützte Ursprungsbezeichnung
g. g. A. = geschützte geographische Angabe
g. t. S. = garantiert traditionelle Spezialität

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Verbraucherschutz

Die vielen Regelungen der EU zum Schutz der europäischen Verbraucher – z.B. das zweijährige Recht auf Produktreklamationen, das erweiterte Kauf-Rücktrittsrecht von sieben Tagen oder die Preisobergrenzen für Mobiltelefon-Roaminggebühren im Ausland – sind mittlerweile so selbstverständlich geworden, dass sie kaum noch als solche erkannt werden. Direkt spürbar wird EU-Verbraucherschutz insbesondere im Bereich der Lebensmittelkennzeichnung, beispielsweise beim EU-Logo für Öko-Produkte.

Für interessierte Bürger ist die Verbraucherzentrale Bayern die erste Anlaufstelle. Darüber hinaus bieten die Europäischen Verbraucherzentren in Kiel und Kehl umfassende Informationen zu spezifisch europäischen Verbraucherthemen.

Das EU-Schulmilchprogramm erreicht auch in Bayern nur einen geringen Teil der Schulkinder: 1 bis 2 % der Schüler kommen in den Genuss von verbilligter Schulmilch.

EU-Siegel: Allgäuer Bergkäse + Fränkischer Spargel

Europa vor Ort wird im Verbraucherschutz besonders durch die drei EU-Siegel für geschützte regionale Produkte sichtbar, welche besondere Erzeugungsverfahren, Herkunftsgebiete oder traditionelle Zusammensetzungen kennzeichnen. In Bayern sind zum Beispiel der Allgäuer Bergkäse und der Allgäuer Emmentaler durch eine geschützte Ursprungsbezeichnung, die Hofer Rindfleischwurst, Bayerischer Kren, Oberpfälzer Karpfen oder der Fränkische Spargel durch eine geschützte geografische Angabe gekennzeichnet. Alle drei Siegel bieten den Verbrauchern Orientierung beim Einkauf von Lebensmitteln.

Europaabgeordnete

Folgende Europaabgeordnete vertreten in der 7. Legislaturperiode (2009 - 2014) den Freistaat Bayern im Europäischen Parlament: